Yoga und Burnout

Burnout und Stress im Alltag

Die richtige Yoga-Praxis bei Burnout

Viele Schüler und Kunden von mir berichten über Lustlosigkeit, Gereiztheit, permanenter Müdigkeit oder Kraftlosigkeit. Sie berichten von Erschöpfung, Schlafstörungen und manchmal von Misserfolg im Beruf. Diese Symptome können auf einen beginnenden Burnout hinweisen, auch wenn die Definitionen und Abgrenzungen nicht immer einfach und klar sind. Wie auch immer: Dieses Symptome müssen ernst genommen werden!

Yogaübung Drehsitz bei Stress
Drehsitz: Inneres Gleichgewicht

Schleichender Verlauf beim Burnout

Denn der Burnout oder besser: das Burnout-Syndrom, entsteht langsam und schleichend. Betroffene erkennen es oft erst, wenn sie bereits am Burnout erkrankt sind.

Folgende Punkte können auf einen Burnout deuten:

  • Gefühl der Erfolglosigkeit, des Versagens, der Sinnlosigkeit
  • Lustlosigkeit, Übellaunigkeit, Gereiztheit
  • Angst, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein
  • Mangelndes Interesse am Beruf oder dem Aufgabenbereich
  • Anhaltende Müdigkeit, Mattigkeit, Kraftlosigkeit, Erschöpfung
  • Schlafstörungen wie Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder Ausschlafstörungen
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • chronische Motivationslosigkeit
  • Verzweiflung bis hin zur Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit
  • Körperliche Symptome wie Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-, Darmbeschwerden, Schwindel, Herz-Kreislaufprobleme, häufige Infekte, Hörstörungen wie Hörsturz und Tinnitus
  • Herzrasen, Blutdruckprobleme, Magen-Darmerkrankungen
  • Sozialer Rückzug von Kollegen, Kunden, Freunden und Bekannten

Die Abgrenzung zu einer Depression ist schwierig und nicht immer einfach, die Symptome können ähnlich verlaufen. Grundsätzlich ist eine ärztliche Abklärung und Betreuung empfehlenswert.

Yogaübungen bei Burnout: Rückbeugen helfen
Rückbeugen öffnen das Herz und geben Leichtigkeit

Burnout kann jeden treffen

Prinzipiell kann jeder Mensch, der durch seine berufliche oder private Situation extrem belastet ist und keine Möglichkeit findet ausreichend zu entspannen, ein Burnout-Syndrom entwickeln. Überproportional sind vom Burnout betroffen Menschen mit sozialen und pädagogischen Berufen bzw. Tätigkeiten wie bspw. Lehrer, Erzieher, Ärzte, Pflegekräfte, Coaches, Trainer, Berater. Aber auch Personen in leitenden Positionen wie Manager, Unternehmer oder leitende Angestellte.

Leistungsdenken fördert Burnout

Unser Leben ist geprägt von Leistung. Unsere Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft: Alles muss schneller, besser, cooler sein. Leider ist dies auch im Yoga zu beobachten. Anstelle sich auf die wesentlichen Dinge des Yoga-Weges zu besinnen – bewusste Atmung, Zurückziehen der Sinne (Pratyahara), ein beruhigter Geist, Achtsamkeit und eine Körperpraxis ohne Leistungsdruck und Stress werden immer neue Richtungen, neue „Stile“ kreiert. Man wird durch die Yogastunde gehetzt, für behutsames Ankommen und eine ausführliche Endentspannung bleibt oft keine Zeit. Oft beobachte ich, wie Atemübungen skeptisch und ungeduldig durchgeführt werden, bevor es „wieder los geht“.

Natürlich sind kraftvolle und schweisstreibende Yoga-Stunden wunderbar, ein Auslosten der eigenen psychischen und physischen Grenzen gehört zum Wachstum dazu. Aber nur unter achtsamer Anleitung. Und wenn in die Yogapraxis auch ruhige Einheiten einfliessen, die wieder erden, die beruhigen. Die Kraft und Energie schenken. Und nicht rauben.

Yoga Asanas bei Stress
Katze-Kuh: Beruhigt

Bewusstes achtsames Yoga bei Stress und Burnout-Gefahr

So wie der Ayurveda, das Wissen vom Leben, nach Harmonie und Einklang mit der Natur strebt, verhält es sich auch im Yoga: Wie alles im Leben ist es die goldene Mitte, die gesund ist. Nicht nach einem anstrengenden Tag schnell ins Yoga-Studio hetzten um „effektiv zu entspannen“. Die letzte verbleibende Energie wird so abgezogen, der Yoga wird missbraucht zum workout.

Woran erkenne ich nun, ob ich Ruhe, Meditation und eine ruhige Yoga-Asana-Praxis benötige? Es ist normal, nach einem anstrengenden Tag im Büro erschöpft zu sein. Entspannung am Abend kann nun durch eine sanfte Asana-Praxis z.B. mit lang gehaltenen Vorbeugen, durch kühlende Atemübungen und durch Meditation erzielt werden. Wer jedoch schon am Limit seiner Kräfte ist, sollte achtsam sein.

Yoga bei Stress und Burnout
Der umgekehrte Tisch: gegen Erschöpfung

Einfache Yogaübungen bei Stress und gegen Burnout

Yoga hilft nachhaltig gegen Stress. Besonders geeignet zur Stressreduktion und Vorbeugung von Burnout sind unter anderem die Katz-Kuh-Stellung (sie beruhigt), der Baum (gibt Erdung), der Drehsitz (inneres Geleichgewicht, fördert die Verdauung) oder der umgedrehte Tisch (gegen Erschöpfung).

Brustöffnende Rückbeugen öffnen unser Herz für die schönen Dinge des Lebens und geben mehr Leichtigkeit.

Allgemein kann empfohlen werden, die Ausatmung zu verlängern und dabei sanft zu tönen (z.B. ein tiefes „U“ oder „O“) oder die Bienenatmung (Bhramari; die Ausatmung ähnelt dem summen einer Biene) welche auf das vegetative Nervensystem wirkt. Sanfte Wechselatmung (Nadi Shodana) wirkt ausgleichend und beruhigend.

Das Tönen von Mantras – eine fortgeschrittene Yoga-Technik – hilft ebenfalls wunderbar Stress abzubauen und Burnout vorzubeugen. Mantras wirken auf der feinstofflichen, energetischen Ebene und können nur schwer rational kognitiv erklärt werden. Empfohlen werden können z.B. „so ham“, (»Er ist ich« bzw. »Ich bin Er«; symbolisiert die Einheit der Individualseele mit dem Absoluten) oder „om namo narayana“ (fördert das innere Gleichgewicht; Narayana ist der Beiname Vishnus, der für den erhaltenden Aspekt innerhalb der hinduistischen Schöpfung steht. Er hält das Gleichgewicht zwischen Brahma und Shiva, dem Schöpfer und dem Zerstörer).

Weitere Yoga-Übungen gegen Stress samt erklärenden Videos finden Sie in dem Blogeintrag Drei Yoga-Übungen gegen Stress.

Yogaübungen helfen gegen Stress
Baum: Innere Balance

Auszeiten vom Stress

Bei andauernder Stress-Belastung im Beruf oder Privatleben kann eine Auszeit vom Stress helfen sich zu regenerieren, zur Ruhe zu kommen und Zeit und Raum zu finden um wichtige Fragen zu reflektieren: Was sind meine Prioritäten im Leben? Was ist mir wirklich wichtig? Wie kann ich entspannter und zufriedener Leben?

Ein ruhiger, in die Natur eingebetteter Ort in Kombination mit Yoga, Meditation, Massagen, einer gesunden Ernährung (z.B. nach Ayurveda) und persönlichen Gesprächen kann der Anfang sein, dem Stress und der Burnout-Gefahr zu entkommen. Stress-Auszeiten auf Mallorca, Elba oder im Kloster gegen Burnout.