Was tun bei Kopfschmerzen?

90 Prozent der Männer und rund 95 Prozent der Frauen leiden zumindest einmal im Jahr an Kopfschmerzen, fast ein Viertel der Bevölkerung sogar einmal im Monat. Sind Kopfschmerzen harmlos und was gilt es zu beachten, wenn der Schädel brummt?

Kopfschmerzen: Ayurveda hilft
90% leiden unter Kopfschmerzen

 

Schnell wird zur Tablette gegriffen, wenn der Kopf schmerzt, in wenigen Minuten ist das Symptom behoben. Doch gilt das auch für seine Ursache?

Grundsätzlich ist gegen die Einnahme von Schmerzmitteln bei gelegentlichen Kopfschmerzen nichts einzuwenden. Sei es aus Gründen einer durchgefeierten Nacht oder einem Wetterumschwung, den man nicht verträgt.

Jedoch gibt es laut der neuesten Forschung über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. So ist es nicht leicht, seine eigenen Schmerzen richtig einzuschätzen und effizient dagegen vorzugehen.

Zwei Arten von Kopfschmerzen

In rund 80 Prozent der Fälle plagen uns primäre Kopfschmerzen. Sie werden so genannt, weil der Kopfschmerz an sich die Erkrankung ist. Migräne oder Spannungskopfschmerz sind typische Vertreter.

Migräne plagt ein Großteil der Bevölkerung

Vor allem Migräne ist für viel Betroffene sehr belastend. Im akuten Stadium setzt sie auch noch den robustesten Menschen ausser Gefecht. Auch wenn die Wirkungen der Migräne zum Teil heftig sind, sehr gefährlich ist sie und andere primäre Kopfschmerzen in der Regel nicht.

  • Dauer meist zwischen vier Stunden und drei Tagen
  • Einseitig, pulsierend, körperliche Anstrengung verschlimmert, alltägliche Tätigkeiten sind erschwert oder unmöglich
  • Begleitet von Übelkeit (eventuell Erbrechen) oder Licht- und Lärmempfindlichkeit
  • Reizabschirmung, Entspannungstechniken, Pfefferminzöl, Umschläge (eiskalt auf der Stirn, warm am Nacken) oder ein doppelter Espresso mit Zitrone können helfen
  • Dauert manchmal nur eine halbe Stunde
  • Meist beidseitig über denn Hinterkopf bis zur Stirn ausstrahlend
  • Gefühl, einen zu engen Helm zu tragen (dumpf, drückend)
  • Homöopathie, Pfefferminzöl oder kalte Kompressen auf Schläfen, Stirn und Nacken, Entspannungsübungen oder leichter Ausdauersport (am besten dreimal wöchentlich für 30 Minuten) können helfen

Sekundäre Kopfschmerzen können gefährlich sein

Weit risikoreicher können hingegen sekundäre Kopfschmerzen verlaufen. Sie entstehen meist als Folge von harmlosen Beschwerden wie einer Erkältung.

Es kann jedoch auch eine durchaus bedrohliche Erkrankung wie stark erhöhter Augeninnendruck (Glaukomanfall), eine Gehirnblutung oder ein Schlaganfall dahinterstecken. Starker Kopfschmerz kann in diesem Fall zu einem lebensrettenden Warnsignal werden.

Bei Kopfschmerzen auf die Signale achten
Auf die Warnsignale hören

 

Lassen Sie sich auch bei nicht so starken aber häufigen Kopfschmerzen unbedingt von einer Fachperson wie Arzt oder Apotheker beraten, weil dieser durch eine genauere Abklärung eine auf Sie zugeschnittene Empfehlung abgeben kann.

Der Kopfschmerz…

  • ist untypisch in Art und Dauer und war noch nie so stark
  • kam plötzlich und heftig oder
  • hält bereits über Wochen an und ist stets zunehmend
  • tritt zusammen mit Nackenstarre und hohem Fieber auf
  • entstand nach einem Unfall, Husten oder Geschlechtsverkehr
  • ist begleitet von Seh-, Hör- oder Sprachstörungen, unsicherem Gang, Lähmungen oder deutlichen Gedächtniseinbussen
  • Achtung: Letztgenanntes sind aber auch ohne begleitende Kopfschmerzen die wichtigsten Warnzeichen für eine ärztliche Untersuchung
  • Wissenswerte Informationen finden Sie auf swissheart

Gründe für Kopfschmerzen

Oft findet sich schon bald die Ursache für die permanenten Schmerzen, die dann nicht selten mit einfachen Methoden zu beheben sind: Die Korrektur der Sehstärke der Wechsel auf eine andere Antibabypille oder eine Dosierungsanpassung von anderen Medikamenten.

Kopfschmerzen Medikamente
Zuerst natürliche Lösungen suchen

 

In vielen Fällen sind Schmerzmittel gar nicht nötig. Gelegentlich eingenommen wären diese zwar gut verträglich, jedoch, wenn einzelne Wirkstoffe unbewusst doppelt eingenommen werden (also mit anderen Medikamenten) plagt die höhere Dosis Leber und Nieren. Es gibt auch das Kopfschmerzphänomen beim sogenannten „Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz“ (MÜK), also wenn zu häufig zu Kopfschmerz-Tabletten gegriffen wird.

Dem Kopfschmerz Beachtung schenken

Wenn Sie merken, dass Sie in letzter Zeit immer häufiger zur Schmerztablette greifen, empfiehlt es sich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Dort können Sie beispielsweise die Häufigkeit, Dauer sowie die Art des Schmerzes neben Begleiterscheinungen getroffener Massnahmen eintragen. Der Aufwand lohnt sich!

Bessere Einschätzung der Kopfschmerzen und schnellere Hilfe

Durch die Aufzeichnungen erhalten Sie einen ersten Überblick über Ihr eigenes Verhalten. Denn der eigenen Gesundheit wird oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt!

Wenn Sie durch das Protokoll beispielsweise merken, dass Ihre Kopfschmerzen über drei Monate hinweg an mindestens 15 Tagen pro Monat auftauchen ist Ihr Schmerz chronisch geworden – was immerhin vier Prozent der Bevölkerung betrifft. Kopfschmerzspezialisten wie Neurologen sind in diesem Fall auf Ihre genaue Schilderung angewiesen.

Stress als Auslöser von Kopfschmerz

Sicherlich einer der hauptauslösenden Faktoren für Kopfschmerzen ist jedoch Stress. Durch ständige Überreizung unserer Sinne, Überforderung im Alltag – sowohl im beruflichen wie privaten – als auch das nie Abschalten können fördert den Kopfschmerz.

Kopfschmerz und Ayurveda

Stress entsteht aus Ayurvedischer Sicht durch zu viel Hitze im Körper (das Element Feuer). Diese wird durch zu viel Verantwortung, Erfolgsdruck, Konkurrenzkampf oder dem übermässigen Genuss von zu viel sauren Speisen wie Zitrusfrüchten, Milchprodukten, Fleisch oder Alkohol gefördert.

Kopfschmerz und Ayurveda
Erfolgsdruck, Ehrgeiz und zu viel Feuer

 

Der Ayurveda spricht dann von einer Pitta-Störung. Die Folge: sind Entzündungen, Magenübersäuerung, innere Anspannung und Ungeduld. Auch innerer Ärger und Kritiksucht machen sich im Gemüt breit, Menschen mit zu viel Pitta können sich schlecht entspannen und zur inneren Ruhe finden.

Verfestigt sich die Pitta Erhöhung zeigt sich dies durch Sodbrennen, Magenverstimmung, eine äusserst gereizte und überkritische Geisteshaltung und eben Kopfschmerz der bis hin zu Migräne reichen kann.

Verhalten bei Kopfschmerz und Migräne

Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, guter Schlaf, wenig Stress, Alkohol und Nikotin empfiehlt sich nicht nur als allgemeine Gesundheitshinweis, sondern gerade auch wenn Sie regelmässig unter Kopfschmerz leiden.

Auch der Yoga mit seinen Körper- und Atemübungen aber auch beruhigenden Achtsamkeitsübungen kann sehr gut zur Reduktion gegen Kopfschmerz beitragen. Sanftes, langes ausatmen löst Spannungen und bringt Beruhigung und Entspannung, Rotationsübungen bauen inneren Druck ab.

Natürliche Rezepte gegen Kopfschmerzen

Ein bekanntes Ayurveda-Gewürz gegen Kopfschmerz und Migräne ist die Nelke: Sie hat einen bitteren, scharfen Geschmack und reduziert Kopfschmerz:

Einfach ein paar Nelken in heisses Wasser, gegebenenfalls eine Scheibe Ingwerwurzel dazugeben, kurz ziehen lassen und trinken. Oder auch eine Nelke in den Mund und die ätherischen Öle wirken wahre Wunder!

Axurveda bei Kopfschmerzen
Die Natur hilft bei Kopfschmerzen

Pfefferminzkompresse bei Migräne und Kopfschmerz

Sie brauchen nur 2 TL Pfefferminzblätter, 400 ml kochendes Wasser und 2 – 3 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl. Geben Sie die Pfefferminzblätter in einen Topf und giessen sie diese mit dem kochenden Wasser auf, fünf bis sieben Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Eine Kompresse mit dem Auszug tränken, zwei bis drei Tropfen ätherisches Pfefferminzöl auf die heisse Kompresse geben und diese auf die Stirn legen, 20 Minuten entspannen und einwirken lassen.

Achtsamkeit gegen Stress

Stefan Geisse ist Achtsamkeits- und Meditationstrainer, Gesundheitscoach und Ayurvedischer Ernährungsberater.

Er ist überzeugt davon, dass körperliche Zeichen wie Kopfschmerzen immer einen tieferen Grund haben und es sich lohnt nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern den Ursachen auf den Grund zu gehen. Die Yoga– und Meditationspraxis kann hier sehr viel zur Auflösung und einem besseren Lebensgefühl beitragen.

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