Achtsamkeitstraining: Positive Sinneserfahrungen gegen Alltagsstress

Schwarzmaler und Rotseher sind in der Stressgesellschaft weit verbreitet, denn wer überfordert und genervt ist, sieht die Welt nicht, wie sie wirklich ist. Stresshormone schränken die Grosshirnfunktion ein und erschweren dadurch nicht nur das Erinnern und Erleben, sondern zugleich die Sinneswahrnehmung.

Wie Wissenschaftler von der Bochumer Ruhr-Universität in einer Untersuchung mit 30 Probanden herausgefunden haben, reduziert das Stresshormon Cortisol beispielsweise die Anpassungsfähigkeit des Tastsinns und blockiert auch andere Wahrnehmungskanäle. Achtsamkeitstraining und entspannende Sinneserfahrungen können Ihnen in Stresssituationen dabei helfen, Ihre Wahrnehmungsfähigkeit zu bewahren.

Ungetrübter wahrnehmen

Unser Alltag wird schnelllebiger. Mit den steigenden Anforderungen wird auch der innere Wunsch nach Ruhe und Entspannung immer stärker. Auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und ihnen Raum zu geben, haben viele Menschen jedoch verlernt. Im Achtsamkeitstraining finden Sie wieder Zugang zu Ihren Empfindungen, Gedanken und Gefühlen. Sie beobachten Ihre innere Welt und Ihre Reaktionen nach aussen, wodurch Sie sich selbst besser kennenlernen und sich zielgerichteter beruhigen können. Mit etwas Übung nehmen Sie den Augenblick auch in Stresssituationen ungetrübt wahr und agieren gelassener, weil Sie persönliche Stressfaktoren frühzeitig erkennen und sich von ihnen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ein nicht zu unterschätzender Schritt auf diesem Weg ist es, Ihren Sinneserfahrungen die entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken.

Alle Macht dem Positiven

Um mit Achtsamkeit glücklicher und stressresistenter zu werden, lenken Sie Ihren Blick auf das Positive im Leben. Wer Gutes bewusst wahrnimmt und auskostet, trainiert dem Gehirn eine positivere Interpretation aller Wahrnehmungen an. Dieser Schritt beginnt im Kleinen. Geniessen Sie beispielsweise aufmerksam den Geschmack Ihrer Lieblingsgerichte. Schaffen Sie zu Hause eine belebende Wohlfühlatmosphäre – zum Beispiel, indem Sie mit Luftwäschern die Raumluft reinigen, sie auf Wunsch um Ihre Lieblingsduftnoten ergänzen und bewusst mal wieder richtig durchatmen. Am Ende des Tages notieren Sie Ihre positiven Erfahrungen, anstatt sich auf die negativen zu konzentrieren. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers, die bewusste Konzentration auf Ihre Atmung und Meditation ergänzen Ihr Programm.

Mehr Akzeptanz für negative Empfindungen

Dass auch negative Gedanken und Gefühle im Achtsamkeitstraining bewusst wahrgenommen werden, heisst nicht, dass Sie sich darin verbeissen sollen. Im Gegenteil: Sie beobachten und bemerken negative Erfahrungen, aber unterbrechen die Gedanken- und Gefühlsspirale, mit der Sie normalerweise darauf reagieren. So erleben Sie Stress irgendwann wie einen vorbeiziehenden Sturm, nach dem schon bald die Sonne wieder scheint. Die Welt sehen Sie dadurch, wie sie aus Ihrer Innenperspektive wirklich ist: eine Sammlung aus positiven und negativen Empfindungen, die gefühlt werden müssen und anschliessend wieder vergehen, um den nächsten Platz zu machen. So erleben Sie jeden Moment intensiver und entspannter.