So entsteht ein Burnout im Job

Einen Burnout im Job zu erleiden, ist für jeden Arbeitnehmer ein Alptraum. Leider wird dieses Horror-Szenario öfter Wirklichkeit, als man denkt: Neuesten Untersuchungen zufolge werden alleine in der Schweiz jährlich Zehntausende Menschen von typischen Symptomen wie Schlafstörungen und Rückenschmerzen heimgesucht. Im folgenden Beitrag wollen wir der Frage nachgehen, wie es zu einem Burnout im Job kommt und wie sich ein solches Fiasko vermeiden lässt.

Am Anfang steht die Frustration

Der Burnout im Job kommt nicht von heute auf morgen – vielmehr ist eine Erschöpfungsdepression als Endzustand einer Entwicklungslinie zu verstehen, an deren Anfang ein allgemeines Frustriertsein steht. Besonders gut ist dieses Phänomen bei jungen Arbeitnehmern zu beobachten, die bei ihrer Bewerbung noch eine idealistische Begeisterung an den Tag legen und dann immer tiefer in einen Sog aus Frustration und Resignation geraten. Die Hoffnungen und Erwartungen, die sie zu Beginn ihrer Karriere haben, werden im grauen Alltag allzu oft enttäuscht. Die Erfahrung zeigt: Wenn die „innere Kündigung“ erst einmal vollzogen ist, ist der Weg bis zum Burnout im Job nicht mehr weit.

Frustrationen stehen bei jedem Burnout am Anfang der Entwicklung
Frustrationen stehen bei jedem Burnout am Anfang der Entwicklung

Die Gründe für berufliche Frustrationen sind äusserst vielfältig. Der „Klassiker“ ist der unfähige Vorgesetzte, der die guten Leistungen seiner Untergebenen als selbstverständlich betrachtet und sich nur dann zu Wort meldet, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen läuft. Auch die Arbeitskollegen können ein Auslöser für einen Burnout im Job sein – „Mobbing“ lautet hier das Stichwort. Das Konkurrenzdenken, das in den meisten Unternehmen vorherrscht, ist ebenfalls ein Grund, weshalb sich viele Menschen an ihrem Arbeitsplatz unwohl fühlen. Kommen alle genannten Faktoren zusammen, besteht eine gute Möglichkeit, dass man früher oder später einen Burnout im Job erleidet.

Ein Burnout im Job ist immer ein Ausdruck von Überforderung

Der wohl wichtigste Grund für einen Burnout im Job ist eine dauerhafte Überforderung. Die Betonung liegt hier auf „dauerhaft“, da kurzzeitige Überlastungen – etwa bei Auftragsspitzen – in der Regel gut kompensiert werden können. Die stressigsten Phasen sind für die meisten Arbeitnehmer der Dezember, wenn der Jahresabschluss fertiggestellt werden muss, und die Zeit vor dem Jahresurlaub, der normalerweise in den Sommermonaten genommen wird. Wenn die Akten sich auf dem Schreibtisch türmen und man kein Licht am Ende des Tunnels sieht, fühlt man sich mit der Situation schnell überfordert – der Burnout im Job ist dann quasi vorprogrammiert.

Grossraumbüro
Eine dauerhafte Überforderung kann leicht zu einer Erschöpfungsdepression führen

Erfahrene Betriebsärzte raten dazu, Warnzeichen wie Spannungskopfschmerzen und Ruhelosigkeit ernstzunehmen und nicht als notwendiges Übel anzusehen. So mancher Burn-out liesse sich verhindern, wenn die Betroffenen auf ihren Körper hören würden. Gerade Männer neigen dazu, sich zu wenig um ihre Gesundheit zu kümmern. Das Problem: Je länger die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass man irgendwann einen Burnout im Job erleidet. Wer frühzeitig handelt und den Weg zum Stress-Berater findet, hat dagegen eine gute Chance, eine Erschöpfungsdepression zu vermeiden.

Burnout in sozialen Berufen: Wenn Helfen zur Sucht wird

In sozialen Berufen ist der Anteil derer, die depressiv werden oder andere psychische Krankheiten entwickeln, signifikant höher als in anderen Bereichen. Besonders stark betroffene Berufsgruppen sind Kranken- und Altenpfleger, aber auch Sozialarbeiter und Entwicklungshelfer. Neben dem Umstand, dass man sich permanent mit den Problemen anderer Leute beschäftigt, spielt in diesem Zusammenhang auch das viel zitierte Helfersyndrom eine Rolle. Menschen, die darunter leiden, leugnen konsequent ihre eigene Bedürftigkeit – oft unbewusst. Schlimmer noch: Sie knüpfen ihr Selbstgefühl daran, anderen etwas zu geben. Wer mit dieser Einstellung an seine täglichen Aufgaben herangeht, braucht sich nicht zu wundern, wenn sich irgendwann ein Burnout im Job ereignet.

Behandlungszimmer
In Sozial- und Pflegeberufen ist die Zahl der von Burnout Betroffenen besonders hoch

Einen Ausweg aus ihrem Helfersyndrom zu finden, ist für die Betroffenen alles andere als leicht. Bei vielen mangelt es schlicht und einfach an der Fähigkeit, zu erkennen, dass ein „Weiter so“ unweigerlich einen Burnout im Job zur Folge hat. Experten raten dazu, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und für höhere Aufgaben zu qualifizieren. In vielen Sozial- und Heilberufen ist dies heute ohne Weiteres möglich. Der klassische „Sackgassenjob“, in dem man über 40 Jahre die gleiche Arbeit verrichtet, ist mittlerweile eher die Ausnahme.