Meditations-Workshop

Zur Ruhe kommen mit Meditation

Meditation hilft bei Stress und unruhigen Gedanken

Heute und letzte Woche gabe es zwei Vormittage lang einen intensiven Workshop zum Thema „Einführung in die Meditation“ in Zürich. Die Teilnehmer, bunt gemischt, Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, kamen mit ebensolchen gemischten Erwartungen: „Ich komme nie zur Ruhe und suche etwas zum Abschalten“ oder „Ich arbeite Schicht und bin manchmal auf 180, ich suche etwas um mich zu beruhigen!“ oder „Ich habe schon vieles probiert, Thai Chi, Autogenes Training, Massagen, doch ich bin immer noch auf der Suche…. wahrscheinlich auch ein kleine wenig auf der Suche nach mir selbst…“

Meditation Workshop mit Stefan
Viel Energie

Meditation ist Disziplin

Wir suchen Entspannung, Ruhe, Einkehr, Besinnung. Doch dies ist nicht einfach zu haben. Meditation ist ein Übungsweg, der kontinuierlich beschritten wird. Und nichts mit Wellness oder dem Abschalten vor dem Fernseher zu tun hat. Nur durch beharrliches Üben kann Meditation erfahren werden.

Der Workshop zeigte unterschiedliche Herangehensweisen an die Meditation auf. Basis hierfür waren intensive Auseinandersetzungen mit philosophischen Modellen: Samkhya-Philosophie aus der der Yoga und Ayurveda entsprungen ist, die Yoga-Sutren des Patanjali, das Kosha-Modell.

Das Kosha-Modell erlaubt einen tiefen Zugang zur Meditation

Aus den alten philosophischen Schriften Indiens, den Veden entspringt das Kosha-Modell. Kosha heißt Hülle, Schicht und bezeichnet die fünf Ebenen des Menschseins. Durch sie wird die universelle Seele manifestiert und wirkt durch (Atman).

Das Selbst, das Bewusstsein, drückt sich aus durch dieses fünf Koshas/Hüllen: Annamaya Kosha, der Physische Körper, Pranamaya Kosha, der Energiekörper, Manomaya Kosha, der geistig-emotionale Körper, Vijnanamaya Kosha, der Sitz der Weisheit, Intuition, Anandamaya Kosha, der Wonnekörper dem Glückseligkeit entspringt. Jenseits dieser fünf Koshas ist Atman, die manifestierte Seele.

Yoga hilft gegen Stress und bei Burnout

Grundlage um Zugang zur Meditation zu finden: Das Kosha-Modell

Dieses Modell ist meines Erachtens essentiell um einen tieferen Zugang zur Meditation und somit zu sich selbst zu finden. Auch im Hinblick auf unsere physische und psychische Gesundheit, unser Wohlbefinden: Wenn wir von Gesundheit sprechen, meinen wir meist die Gesundheit der Annamaya Kosha, die Gesundheit des physischen Körpers. Darüber hinaus sprechen wir auch öfters von psychischer Gesundheit, dann ist die Gesundheit der Manomaya Kosha gemeint.

Kosha Modell Meditation Körperhülle
Das Kosha Modell und Störungen auf der geistig-emotionalen Ebene

Im Yoga gehen wir jedoch tiefer: Alle 5 Hüllen beeinflussen sich, stehen in einem wechselseitigen Verhältnis. Gesundheit heißt daher, dass alle Koshas/Hüllen harmonisch sind, dass es auf allen 5 Ebenen Wohlbefinden gibt:

Annamaya Kosha:

Auf der physischen Ebene ist der Mensch gesund, wenn die Organsysteme harmonisch sind, wenn ein gutes Gleichgewicht (Homöostase) der verschiedenen Körperprozesse herrscht und sich der Organismus an die Herausforderungen der Umwelt gut anpassen kann

Pranamaya Kosha:

Der Mensch ist gesund, wenn die Lebensenergien (Prana) harmonisch fließen. Der Mensch hat das Gefühl von Energie. Die wichtigsten Nadis, Energiekanäle sind geöffnet, die Chakras schwingen in Harmonie.

Manonmaya Kosha:

Auf der emotionalen Ebene fühlt sich der Mensch im Gleichgewicht, Gefühle von Mitgefühl, Liebe, Wohlwollen, Freude überwiegen. Der Mensch fühlt sich in Harmonie mit sich selbst und seinen Mitmenschen. Liebevolle Beziehungen zu den Mitmenschen überwiegen

Vijnanamaya Kosha:

Auf dieser Ebene gilt: Der Mensch kann klar denken und hat Zugang zu seiner Intuition, „seinem Bauchgefühl“. Er kann sich und andere gut verstehen. Er hat das Gefühl, einen Platz in der Welt zu haben. Er sieht einen Sinn im Leben, in seinen Erfahrungen und seinem Wirken.

Anandamaya Kosha:

Auf dieser Ebene hat der Mensch Zugang zu den Tiefen seiner Seele, zum Göttlichen. Er verspürt Glückseligkeit, Frieden. Gesundheit bezieht daher auch spirituelle Gesundheit mit ein.

Praktische Übungen im Meditations-Workshop

Es wurde eine Vielzahl von Meditations-Techniken präsentiert und mit den Teilnehmern geübt:

  • Die optimale Sitzhaltung zur Meditation
  • Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen, Sinneseindrücke wahrnehmen
  • Meditation nach Patanjali: nach innen richten der Sinne (Pratyahara), Atem wahrnehmen, Ausrichtung des Geistes (Dharana), Fokus des Geistes auf einen Punkt (Dhayana)
  • Atemführung und Energielenkung (Pranayama)
  • Energiearbeit mit den Chakren
Meditation 2

Yoga Nidra: Der Schlaf der Yogis

Ein von den Teilnehmern als Highlight empfundene Übung des Meditation-Workshops war der Yoga Nidra, der Schlaf der Yogis: Ein Zustand, in Worte schwer zu fassen, der zwischen Wachsein und traumloser Schlaf ist. Ein Zustand, der tiefe Erfüllung und Ruhe bringt:

„Es war Wahnsinn, ich würde am liebsten einfach weitermachen, ich wollte gar nicht mehr aufhören, so entspannt war ich!“

„Ich habe vollständige Ruhe, tiefen Frieden erfahren, es war sehr schön!“

„Ich war eins mit mir selbst. Ich weiss nicht, wann ich das das letzte Mal so erfahren habe…“

Meditation erlernen
Pause vom intensiven Arbeiten

Eine ausführliche Einleitung in die Grundlage des Yoga Nidra ging der Übung voraus: Die verschiedenen Geisteszustände von wach, Träumen und traumloser Schlaf, Unterschied in den Bewusstseinszuständen als auch die verschiedenen Dimensionen die im Yoga Nidra adressiert werden:

  1. Körperliche Entspannung, allen Körperbereichen wird positiv Energie geschenkt
  2. Bewusstwerdung des Atems: Im Hier & Jetzt verweilen
  3. Entspannung auf der Gefühlsebene, Bewusstwerdung der Sinne und Ruhen in der Mitte
  4. Entspannung des Geistes

Dies wurde unter anderem durch eine geführte Körpereise, angeleitetes Atmen, Unterstützung mittels Sankalpa, einem Leitsatz der uns im Leben positiv unterstützt und die Verwendung von universell gültigen Bildern erreicht.

Meditations-Workshop für Einsteiger und Anfänger

Die Teilnehmer haben zudem umfangreiches Material für das Selbststudium ausgehändigt bekommen:

  1. Überblick über Philosophie, Kosha-Modell, wichtige Yoga Sutren
  2. Chakra-Modell, Hintergrund zu den Energiezentren des Körpers, Chakra-Meditationsübungen
  3. Hintergründe zu Mantras und Mantra-Singen
  4. Umfangreiche Bücherliste zur Meditation

Es gibt keine allgemeingültige Anleitung zur Meditation. Letztendlich findet jeder einen anderen Zugang hierzu. Der Workshop gab Inspiration, Hintergrundwissen und einen guten Einstieg zum weiter Üben und sich mit dem Thema vertiefen:

„Ich habe es letzte Woche selber ausprobiert. Ich habe mir eine gemütliche Ecke eingerichtet, mir Zeit für mich genommen und einfach mal ein paar Minuten mich hingesetzt. Es war toll: Ich war plötzlich entspannt, ich habe tiefe Zufriedenheit empfunden. Ich hätte gar nicht gedacht, dass es so einfach ist!“

Stefan Geisse bietet immer wieder Workshops, Gruppenkurse und auch Einzeltrainings zur Mediation an.