Achtsamkeit beim Essen: So geht Genuss

Schnell, einfach und nicht allzu regelmässig – so sehen die Essgewohnheiten der Schweizer aktuell aus. Laut den Ergebnissen einer Studie des Bundes zum Thema „Daten zur Ernährung der Schweizerinnen und Schweizer“ stehen nur die wenigstens mehrmals pro Woche am Herd. Insgesamt kocht nur jeder zweite regelmässig eine warme Speise. Getreu dem Motto „Zeit ist Geld“ muss das Essen für die Hälfte aller Befragten auch einfach und zügig zubereitet werden können. Doch können wir bei all dem Zeitdruck, den wir beim Essen und der Zubereitung verspüren, überhaupt noch geniessen?

Zeit nehmen für Genuss

Wer wieder lernen möchte, das Essen zu geniessen, findet die Lösung in der Achtsamkeits-Küche. In der geht es darum, durch das bewusste Zubereiten und Essen von Lebensmitteln wieder zu lernen, mit allen Sinnen zu geniessen. Das wichtigste dabei ist, dass man ausreichend Zeit für jede Speise einplant. So soll das Kochen ohne Hetzen, Stopfen und Akkord-Schnippeln auskommen und vielmehr zu einer gelassenen Tätigkeit werden, die die Vorfreude auf das Essen steigert. Um bei diesem Ritual wirklich alle Sinne anzusprechen, sollte man sich auch etwas mehr Mühe beim Anrichten des Essens geben und die verschiedenen Gerüche wahrnehmen, da auch der Geruchssinn Emotionen und Entspannung hervorrufen kann. Liebevoll hergerichtet vermittelt eine Mahlzeit viel eher das Gefühl, etwas Besonderes auf dem Teller liegen zu haben – und so kann man auch leichter geniessen.

Wohltuende Speisen sind immer erlaubt

Wer sein Essen wirklich geniessen möchte, der sollte sich auch bewusst machen, dass es nicht allein darauf ankommt, dass die Lebensmittel gesund sind. Zwar sollte der Gesundheit zuliebe viel Gemüse auf dem Speiseplan stehen, doch noch viel wichtiger ist die Frage, was einem selbst gut tut. Wenn es einem beispielsweise nach einem leckeren Auflauf gelüstet, sollte man bei der Suche nach einem leckeren Rezept diesem Verlangen durchaus auch nachgeben. Denn verbietet man sich zu oft ein schmackhaftes Essen, dann steigt nur das Verlangen danach – und oft endet das Ganze dann schliesslich mit einem schlechten Gewissen, das einen weit weg vom Gefühl des Genusses treibt.
Auch Desserts sind ab und zu erlaubt, sofern man es mit der Selbstbelohnung nicht übertreibt. Denn das Wichtigste beim genussvollen Essen ist, dass einen die Mahlzeit glücklich macht und mit neuer Energie erfüllt.

Zutaten, die Entspannung fördern

Neben der Möglichkeit, sich beim Kochen und Essen zu entspannen, bietet das frische Kochen einen weiteren Vorteil: Man weiss genau, welche Zutaten am Ende im Topf landen, und verzichtet so auf unnötige Konservierungsstoffe oder ungesunde Geschmacksverstärker. Und das Beste ist: Es gibt sogar Lebensmittel (wie zum Beispiel Mandeln oder auch Lavendel), die nachweislich zur Entspannung beitragen und dem Körper gut tun. Lavendel beispielsweise riecht nicht nur gut, sondern besitzt auch eine heilende und beruhigende Wirkung. Besonders Menschen mit einem nervösen Magen sollten daher gelegentlich zu Lavendel greifen. Ebenso entspannend und weitaus besser als ihr Ruf ist Schokolade. Die süsse Versuchung hebt den Serotoninspiegel an und damit auch die Stimmung. Gleichzeitig enthält sie Polyphenole, die Zellen vor freien Radikalen schützen können. So kann man sich mit Genuss verwöhnen – und lernt, das Essen wieder mehr zu schätzen.