Die richtige Ernährung bei Stress und für mehr Leistung und Fitness

Ernährung bei Stress: Hilft Superfood?

Welche Nahrungsmittel sind besonders gut gegen Stress?

Chia, Acyi, Goji oder Quinoa: Vielen Nahrungsmitteln haftet heutzutage das Prädikat Superfood an. Was heisst das? Und wie toll sind diese Exoten nun wirklich?

Superfood – überall begegnet man dem Mysterium der besonders „guten“ Nahrungsmittel. Kein Fitnessstudio, Trainingszirkel, keine Yoga-Gruppe oder Kochkurs der nicht davon spricht.

Wundersame Eigenschaften, von der unsere heimischen Pflanzen, Früchte und Gemüse nur träumen können. Sie wirken wie „Medizin“ und sollen Krankheiten heilen können. Helfen Sie auch gegen Stress?

Scheinbar wirken manche Nahrungsmittel Wunder

Japanischer Macha-Tee soll die Fettverbrennung anregen, Manuka-Honig aus Neuseelnad vor Erkältung schützen, mexikanische Chia-Samen sowie Goji- und Acai-Beren aus China und vom Amazonas sollen wahre Nährstoffwunder sein.

Und auch das aus den Amden stammende Quinoa ist unseren heimischen Stärkequellen angeblich um vielen Belangen überlegen.

Super-Nahrungsmittel: Hype oder steckt etwas dahinter

Es scheint, je exotischer die Namen klingen, desto eher wollen wir den Versprechugen glauben. Sind diese Super-Nahrungsmittel tatsächlich die von vielen erhofften Heilsbringer?

Oder handelt es sich nur um eine Hype, eine modische Erscheinung?

Ernüchterung bei Superfood

Es gibt viele Untersuchungen, viele Wiedersprechen sich, viele lassen mehr Fragen offen, als sie beantworten.

Oft steht bei gross angelegten Studien auch gewisse Interessen eines potenten Auftraggeber dahinter, oder andererseits lohnen sich bestimmte Forschungen ohne einen zahlungskräftigen Kunden nicht.

Jedoch lässt sich feststellen, dass bei dem sogenannten Superfood oft Ernüchterung aufkommt.

Gesunde Nahrung
Gesunde Nahrung und Gewürze

Überbewertung durch Konzentration

Viele „moderne“ Nahrungsmitteln haben oft nicht mehr drauf als bekannte, einheimische.

Diese Überbewertung ist darauf zurückzuführen, dass die Angaben zu den enthaltenen Nährstoffen nicht auf dem unbehandelten Produkt, sondern auf daraus hergestellten Extrakten wie Pulver oder Tabletten beruhen.

Diesen wurde das Wasser entzogen, was automatisch zu einer Stoffkonzentration führt. Würde man Karotten oder Broccoli trocknen und pulverisieren, erhielte man mitunter sogar eine höhre Nährstoffkonzentration als sie in vielen Superfood-Extrakten zu finden ist.

Neues ist einfach spannender

Heutige Superfoods sind auch nicht viel revolutionärer als die Nahrungsmittel, die uns vor einigen Jahrzenten oder Jahrhunderten erreichten. Es ist einfach nur ein neuer Begriff für das alte Phänomen, dass sich unbekannte Lebensmittel grosser bekanntheit erfreuen.

Chia-Samen sind die früheren Tomaten

Im 16. Und 17. Jahrhundert brachten Seefahrer nicht nur Gold aus der neuen Welt mit nach Hause, sondern auch Tomaten, Mais, Chili, Bohnen, Zucchini oder Avocados. Echte Schätze in Zeiten kulinarischer Einöde!

Die Kartoffel ist wohl eines der bekanntesten Beispiele dafür: Während vielerorts Getreiernten vertrockneten oder durch zuviel Regen verfaulten, rettete die Stärke in der Knolle viele Menschen vor dem Hungertod. Heute ist sie ein selbstverständlicher Teil unserer Kultur – und weder exotisch oder aussergewöhnlich.

Durch Globalisierung schnell bei uns

Durch die Globalisierung werden neuartige Lebensmittel noch schneller zu einem Bestandteil unserer tagtäglichen Ernährung.

Zumal viele der sogenannten Superfoods recht anspruchslos sind: Was auf einigen tausend Metern in den Anden wächst, kommt mit unseren klimatischen Bedingungen gut zurecht. Das erleichtert die Integration zur heimischen Kulturpflanze ungemein.

Anspruchsloser Anbau
Anspruchsloser Anbau

Angemessene Bereicherung ohne Hype

Selbstverständlich sind die neuen Früchte, Gemüse, Samen und Getreidearten eine Bereicherung für uns. Sie erweitern die kulinarische Vielfalt, ermöglichen uns, beim Kochen auf Entdeckungsreise zu gehen und sind eine Freude für unsere Sinne.

Superfood im Zeichen des Ayurveda

Der Ayurveda, die jahrtausendealte Wissenschaft vom gesunden und glücklichen Leben, sieht es pragmatisch:

Es gibt im Ayurveda keine Klassifikationen wie „gute“ oder „schlechte“ Nahrungsmittel. Sondern Lebensmittel, die für einen bestimmten Konstitutionstyp besser verträglich sind als für einen anderen. UndnAhrungsmittel die eine bestimmte Wirkung im Köper und Geist erzeugen. Manche machen einen klaren Kopf, andere machen uns träge und dumpf.

So benötigt z.B. der feurige und im Alltag erhitzte Pitta-Typ Linderung durch kühlende Gewürze wie Kardamom oder Koriander, während der lufige Vata-Typ Erdung benötigt, die ihm z.B. in der Erde wachsende Gewächse wie Kartoffel, Rote Beete oder Karotten geben.

Hochwertige Nahrungsmittel im Ayurbeda

Auch im Ayurveda gibt es sogenannte Superfood, das sind Nahrungsmittel, die eine „verjüngende“ und kräftigende Wirkung haben – die Rasayanas. Und somit gut gegen Stress wirken. Diese Pflanzen weisen laut den ayurvedischen Schriften eine geweberegenerierende Wirkung auf.

Dafür muss man jedoch nicht weit nach Asien oder Lateinamerika reisen, Mandeln, Rosinen oder Datteln tut es da schon auch.

Nähe, Regionalität und Saisonalität berücksichtigen

Und ein wichtiges Prinzip gibt uns der Ayurved auch vor: Nähe, Regionalität und Saisonalität ist massgeblich für die positive Energie der Ernährung ausschlaggebend.

Auch darüber sollten wir das nächste Mal nachdenken, bevor wir die mit dem Flugzeug importierte und halb gereifte „wertvolle“ Frucht kaufen.

 

Über den Autor

Bei Stress: Ihr persönlicher Stresstrainer
Ernährungsberater

Stefan Geisse ist Ayurvedischer Ernährungsberater und fragt sich, warm um alles ein Hype gemacht werden muss, wenn das Gute doch direkt vor der Tür wächst. Er liebt wärmende Frühstücksbreis, gedünstetes Gemüse mit Dal oder einen frischen Salt vom Bauer um die Ecke.

Seine Ernährungsberatung beruht auf einer ausfühlichen individuellen Konstitutionsanalyse und keinen Allgemeinplätzen.

 

 

 

 

 

Importierte Superfoods oder einheimische Pflanzen und Früchte: Ein Vergleich

Goji Beere vs. Himbeere
Goji Beere vs. Himbeere

Superfood Goji-Beeren

Die Beere hat einen relativ hohe Dichte an wertvollen Nährstoffen wie Vitamin A, B, C und E sowei anderen antioxidativ wirksamen Stoffen. Goji-Beeren schmecken aber ungewohnt, anders als heimische Beeren.

Heimische Alternative: Himbeere oder Johannisbeere

Diese einheimischen Vetreter haben teilweise sogar höhere Konzentrationen an Nährstoffen zu bieten. Vor allem dann, wenn sie aus dem eigenen Garten stammen. Exotische Beeren aus dem Laden haben oft eine lange Reise hinter sich – dabei gehen viele wertvolle Stoffe verloren. Unklar ist zudem, inwiefern solche Beeren mit Schadstoffen wie Pestiziden belasted sind.

 

Acai Beere vs. Heidelbeere
Acai Beere vs. Heidelbeere

Superfood Acai-Beere

Diese Palmfrucht bietet tatsächlich viel Nährstoffe, aber auch recht viele Kalorien. Besonders der Gehalt an Fett, Eiweiss und Ballatsstoffen ist relativ hoch, was eine gute Sättigung ermöglicht.

Heimische Alternative: Heidelbeere

Heidelbeeren haben eine ähnliche Zusammensetzung an Vitaminen, dabei jedoch deutlich weniger Kalorien. Sie enthalten jedoch weniger gesunde Eisweisse und Fette. Den Bedarf an deisen Nährstoffen kann z.B. duch Baumnüsse gedeckt werden. Die Ökobilanz fällt wegen des langen Transports von Acai-Beeren deutlich besser aus.

 

Chai Samen vs. Leinsamen
Chai Samen vs. Leinsamen

Superfood Chia Samen

Die Samen sind eine gute Quelle für Ballaststoffe, wertvolle Fette und Eiweisse.

Heimische Alternative: Leinsamen

Leinsamen enthalten etwas weniger der pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren, haben aber ansonsten eine ähnliche Zusammensetzung wie Chia-Samen.

 

 

 

Quinoa vs. Dinkel
Quinoa vs. Dinkel

Superfood Quinoa

Das Fuchsschwanzgewächs bietet Samen mit einer Nährstoffzusammensetzung, die derjenigen von Weizen in vielen überlegen ist.

Heimische Alternative: Dinkel

Dinkel bietet im Vergleich zu Quinoa mehr Ballststoffe, ähnlich viel Eisen und Zink, dafür weniger Kalzium, Magnesium, Eiweiss und gesunde Fette. Zudem enthält Dinkel im Gegensatz zu Quinoa Gluten und kann auch Gräserallergikern Problem bereiten.

 

Macha Tee vs. Olivenöl
Macha Tee vs. Olivenöl

Superfood Macha-Tee

Dieser Tee enthält konzentrierte Gerbstoffe und sogenannte Katechine. Sie können gewissen Risikofaktoren im Blut entgegenwirken. Die Stoffe haben auch die Eigenschaft, die Energieverbrennung und die Oxidation von Fettsäuren in unserem Körper anzukurbeln, was beim Abnehmen helfen kann.

Heimische Alternative: Olivenöl

Auch Olivenöl enthält scharfe und bittere Stoffe, die die Wärmeproduktion des Körpers und die Fettverbrennung nach der Einnahme anheizen. Olivenöl enthält zwar viele Kalorien, aber es sättigt auch gut. Tatsächlich konnten Studien zeigen, dass der Konsum von Olivenöl im Rahmen einer mediterranen Ernährunsgweise mit einem niedrigen BMI in Bezug steht, verglichen zu dem von Menschen, die kein Olivenöl konsumieren.

 

Quelle: vital Magazin 6/15